Der große Schatz der Elisabethinen
Historische Tatsachen:
1231 Elisabeth wurde in der von ihr erbauten Spitalskirche in Marburg beigesetzt. Das Volk strömte in Massen zu ihrem Grab.
1235 wurde Elisabeth heilig gesprochen und ihre Gebeine wurden in die neuerbaute Kirche übertragen. Friedrich II schritt barfuß hinter ihrem Sarg. Er sprach an diesem Tag: "Ich durfte dich auf Erden nicht zur Königin krönen, so will ich es jetzt tun mit dieser Krone. Sie ist Königin im Himmelreich."
1539 Reformationszeit - Ablehnung des Heiligenkultes: Philip von Hessen brach den kostbaren Schrein auf und ließ die Gebeine entfernen, um der Verehrung der Heiligen ein Ende zu machen. Die Gebeine wurden an unbekannter Stelle in der Kirche von Kirchendienern beigesetzt. Die Kirche ist seither im Besitz der Protestanten.
1609 Vom 14. Februar stammt das entscheidende Dokument aus Wien, worin it eigenhändiger Unterschrift und Siegel Erzherzog Maximilian von Österreich, Großmeister des Deutschen Ritterordens in Deutschland und Welschland, Administrator des Hochmeistertums in Preußen und so fort, bezeugt, dass er im Jahre 1588 zum schuldigen Andenken an die Frau Elisabeth, verwitwete Königin von Frankreich, Erzherzogin von Österreich..., zur Bezeigung der eigenen schuldigen Verehrung und Reverenz einen Teil des Körpers der heiligen Elisabeth durch seinen Almosenpfleger Kornelius von Lautern an vermeldetem Orte habe erheben, nach Wien transferieren und dem von obengenannten Königin erbauten Stift St. Klara ausliefern und präsentieren lassen.
Die Verehrung des Hauptes der Heiligen war in Wien im Klarissenkloster - auch Königinnenkloster genannt - so lebendig und großartig, dass verschiedene Päpste in der Folge für bestimmte Tage besondere Ablässe mit der Verehrung verbunden dem Gottesvolke bewilligten.
1782 Durch die Aufhebung des Klarissenklosters bedingt (Joseph II), wurde das originale Haupt der heiligen Elisabeth den Elisabethinen übergeben. Ihr Orden wurde nicht aufgehoben, weil sie ein öffentliches Krankenhaus führten. (Gedenkbuch I.-III. der Elisabethinen)
Vom 15. November existiert ein Dokument des Weihbischofs von Wien, Edmund Maria Graf von Artz und Lassay, folgenden Inhalts: "Wir haben alles wohl untersucht und geprüft und nach erkannter Authentizität obiger angeführter Gebeine und Haupt mit gebührender Ehrfurcht und Andacht in einen viereckigen, von allen Seiten kristallenen, vom reinsten Silber gefassten und kunstreich gezierten Kasten gelegt, denselben gut verschlossen, mit roter Seide verbunden und mit unserem Siegel verwahrt... Wir erlauben, die genannte Reliquien in der Kirche zur heiligen Elisabeth des erwähnten Klosters zur öffentlichen Verehrung der Gläubigen auszustellen..."
Anatomische Untersuchung:
Die heutige Wissenschaft ist auf diesem Gebiet so perfekt, dass sie mit Sicherheit aus vorhandenen Gebeinen Einzelheiten feststellen kann. So hat der hochwürdigste Herr Kardinal Piffl, weil manche die Echtheit der Gebeine bezweifelten, eine solche anatomische Untersuchung angeordnet. Das Ergebnis bestätigte eindeutig und überzeugend, dass dieses Haupt das eines zarten Mädchens von 23 bis 24 Jahren ist, als ein besonderes Merkmal eine Einkerbung auf der Stirn aufweise, die auf den Reifen zurückzuführen ist, den Elisabeth bereits als Kind trug.

